Psoriasis – Arthritis (Schuppenflechten – Arthritis)

Die Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine definierte Hauterkrankung, die nicht mit anderen Hautveränderungen, die auch mit schuppender Haut einhergehen kann (z.B. Milchschorf) verwechselt werden sollte. Circa 2,5 % der Deutschen leiden unter einer Psoriasis der Haut. Bei 20 – 30 % der Menschen mit Psoriasis richtet sich das Körperabwehrsystem nicht nur gegen die Haut und Nägel, sondern auch Gelenkstrukturen (Gelenkhaut), Knochenhaut und Sehnenansätze oder Wirbelsäulen-Strukturen. Selten kann es auch zum Auftreten einer Schuppenflechtenarthritis kommen, ohne dass die typischen Hautveränderungen bereits vorhanden sind. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen, das Alter bei Krankheitsbeginn liegt am häufigsten zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Krankheitssymptome

Am häufigsten kommt es zur schmerzhaften, entzündlichen Schwellung von einzelnen Gelenken. Es können jedoch auch viele Gelenke betroffen sein (sogenannte Polyarthritis). Häufig sind auch Finger oder Zehen insgesamt geschwollen. Man spricht dann von einem „Wurstfinger“ oder einer „Wurstzehe“. Auch kann es auch zur Wirbelsäulenbeteiligung kommen, die dann zu entzündlichen Rückenschmerzen führen. Bei der Schuppenflechtenarthritis kommt es häufig auch zum Auftreten einer Entzündung der Sehnenansätze (Enthesitis). Zudem kann es auch zum Auftreten von Augenentzündungen, insbesondere zu einer Entzündung der Regenbogenhaut oder der mittleren Augenhaut (Iritis oder Uveitis) kommen.

Diagnosestellung

Der Rheumatologe bedient sich meist sogenannter Klassifikationskriterien zur Diagnosestellung. Bei der Psoriasis – Arthritis werden diese „CASPAR-Kriterien“ genannt. Bei Patienten mit passenden Symptomen (Gelenkentzündung, Sehnenansatzentzündungen etc. (s.o.)) wird mittels einer Punkteskala aus Familiengeschichte, Symptomen (z.B. Psoriasis), Laborbefunden, Röntgenbefunden) eine Psoriasis – Arthritis festgestellt.

Behandlung

Bei der Behandlung sind die individuellen Symptomschwerpunkte zu Berücksichtigen. Neben der fach-hautärztlichen Behandlung mit lokalen Maßnahmen (z.B. auf die Haut aufzutragende Cremes, Salben, Lotionen) wird der Hautarzt ggf. auch Bestrahlungen (PUVA) oder selbst sogenannte konventionelle, synthetische Basistherapeutika (cs-DMARDs) einsetzen.

Auch der Rheumatologe betrachtet die Hauptmanifestationen. So wird beispielsweise bei hauptsächlicher Gelenkentzündung zunächst ein cs-DMARD eingesetzt, wie z.B. Sulfasalzin, MTX, Leflunomid, Cyclosporin A oder Apremilast.

Andere Manifestationen (Wirbelsäule, Sehnenansätze, Wurstfinger) werden anfangs möglicherweise nur mit Schmerzmitteln (wie Ibuprofen, Diclofenac etc) ausreichend behandelt.

In der 2. Stufe kommen dann sogenannte Biologika (insbesondere TNF-Blocker und andere Zytokin-Antikörper) zum Tragen. Gegebenfalls ist bei Versagen eine 3. Stufe mit Wechsel der Biologika-Klasse nötig.

Cortison-Präparate als Tabletten sollten nur vorübergehend und so niedrig dosiert wie möglich  zur Anwendung kommen, sind aber häufig unumgänglich, insbesondere da Basistherapeutika einige Zeit (mehrere Wochen bis Monate) brauchen, bis sie wirken.

Dr. Ino K. Gao
Internist/ Rheumatologie, Osteologe DVO
Schwerpunktpraxis Rheumatologie, Heidelberg
 

Kontakt

Rheumazentrum-Heidelberg Medizinische Klinik (Krehl-Klinik) Prof. Dr. med. H. M. Lorenz

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